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Durch die Vermarktung von Frühstückscerealien mit den Konterfeis der Kandidaten zur US Präsidentschaftswahl 2008 begann der Aufstieg von „AirBed&Breakfast“, heute bekannt als Airbnb. Das Fundraising brachte den Gründern Brian Chesky und Joe Gebbia ein Startkapital von 30.000 US-Dollar. Die ursprüngliche Idee, Luftmatratzen im eigenen Appartement auszulegen und an Gäste zu vermieten, erwies sich als Startschuss für eine große Erfolgsgeschichte.

Quelle: https://www.travhq.com/wp-content/uploads/2015/08/Airbnb-ObamaO.jpg

Heute hat das Unternehmen einen geschätzten Wert von 30 Mrd. US-Dollar und obwohl es mittlerweile global die größte Vermietungsplattform ist, besitzt Airbnb selbst keine einzige Immobilie.

Laut Airbnb haben inzwischen über 150 Mio. Gäste in über 191 Ländern und in mehr als 65.000 Städten dank der Vermittlungen über die Plattform einen Platz zum Übernachten gefunden. Aktuell gibt es weltweit mehr als 3 Mio. Inserate.

Doch wieviel erwirtschaften die zahlreichen Anbieter von Wohnungen über Airbnb eigentlich? Performance-Daten wie etwa Übernachtungszahlen, Umsätze der Anbieter oder die tatsächliche Anzahl der Airbnb-Inserate in einer Stadt gibt Airbnb nicht preis. Nach ersten Schätzungen von Bnbmonitor belief sich der summierte Jahresumsatz der deutschen Airbnb-Anbieter 2015 auf fast 120 Mio. Euro. Kleinräumige und aktuelle Zahlen erhalten Sie jederzeit bei Bnbmonitor.

Gleichzeitig verkündete ein Sprecher der Marriott Hotelkette:

„Airbnb was an interesting experiment, but we did not see them as any threat.” (Quelle)

Das verwundert etwas. Handelt es sich hierbei um das sprichwörtliche ‚Pfeifen im Walde‘ oder kann der Optimismus der klassischen Anbieter von Schlafplätzen durch Zahlen belegt werden? Auch hierzu liefert Bnbmonitor Zahlen und Analysen.

Im Tourismussektor sieht man die Entwicklungen durchaus kritischer. Moritz Luft, Geschäftsführer von Sylt-Marketing, befürchtet weniger Einnahmen für die öffentliche Hand, wenn sich durch Airbnb ein Teil der Übernachtungen weiter ins private Segment verlagert. „Die Anbieter zahlen anders als gewerbliche Vermieter keine Tourismusabgabe an die Gemeinde und werden bei ihren Gästen oft auch keine Kurabgabe einziehen“, sagt Luft.

„An der Stelle sehen wir das Portal sehr kritisch, denn am Ende bedeutet das weniger Geld für die touristische Infrastruktur“ (Quelle).

Gibt es neben dieser Bedrohung für den Tourismussektor auch Chancen und Möglichkeiten? Grundlage für jede fundierte Schlussfolgerung und Basis für kommende Entscheidungen sollten stets belastbare Zahlen und verlässliche Modelle sein, die Einblick hinter die Kulissen gewähren. Beides ist bisher Mangelware. Behörden, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Politik tappen bisher im Dunkeln und müssen sich mit groben Schätzungen begnügen.

Doch nicht nur im Tourismus ist Airbnb mittlerweile ein Faktor. Die Option, Wohnraum kurzzeitig zu vermieten, veranlasst immer mehr Immobilienbesitzer dazu, ihre Mietwohnungen de facto in Ferienwohnungen umzuwandeln, um höhere Einnahmen generieren zu können. Ehemals dauerhaft vermieteter Wohnraum wird dem Markt somit entzogen. Dies führt zu einer weiteren Verschärfung im Kampf um bezahlbaren Wohnraum und weiter steigenden Mieten, besonders in bereits beliebten Quartieren und Stadtvierteln der Ballungsräume. Einige Kommunen reagierten auf diese Entwicklung mit Zweckentfremdungsverboten. Diese Zweckentfremdungsverbote sollen Leerstände und die Umwandlung von Wohnraum in Gewerbe verhindern.

Allerdings ist die Einschätzung von Kurzzeitvermietern nicht unbedingt schwarz oder weiß. Anders gesagt sind Personen, die Fremden eine Unterkunft in ihrer Wohnung anbieten, erstmal nicht pauschal zu kriminalisieren. Eine differenzierte Betrachtungsweise ist anhand einer datenbasierten Analyse möglich. Handelt es sich um jemanden, der ein oder zwei Mal in der Woche seine Wohnung zu Verfügung stellt und zu dieser Zeit nur bei einem Freund übernachtet oder wird eine Wohnung dauerhaft über Airbnb als gewerbliche Immobilie und somit als Ferienwohnung angeboten? Diese qualitative Unterscheidung ist vor dem Hintergrund der Zweckentfremdungssatzungen entscheidend.

Bnbmonitor steht für einen datenbasierten Umgang mit Raumphänomenen und hat zum Ziel, Informationslücken in der Planung und im Umgang mit Airbnb zu schließen. Mit Bnbmonitor stellen wir Angebotskarten und Heatmaps her, berechnen Umsatz- und Übernachtungsverläufe, identifizieren die aktivsten Anbieter und decken die am stärksten betroffenen Regionen, Städte und Stadtteile auf. Damit bietet Bnbmonitor erstmals ein komplettes Bild der Performance von Airbnb-Anbietern in einer Stadt oder Region.

Weitere Aspekte des Wachstums von Airbnb, wie die Digitalisierung des Immobilienmarktes, die geänderten Kunden- und Anbieterstrukturen auf Sharing-Economy-Plattformen und andere Themen werden in unseren Blogbeiträgen besprochen.

Autor: Stefan Staub

Schon als Kind war ich sehr gerne mit meinen Eltern im Wohnmobil unterwegs. Dabei hatte ich immer einen Atlas oder eine Karte auf meinem Schoß. Das Reisen und die bunten Karten gefielen mir so, dass ich später beschloss Geographie zu studieren. Hierbei entdeckte ich, dass auch die sozialen Aspekte des menschlichen Zusammenlebens äußerst spannend und eine Reise für sich sind. So habe ich meinen Schwerpunkt auf die Kulturgeographie und Soziologie gelegt. Heute arbeite ich als Senior Consultant bei COMPASS und freue mich darüber, dass ich all meine Leidenschaften ausleben und weitere für mich entdecken kann.

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