Erfolgsfaktoren für touristische Projekte im LEADER Programm

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Mit Beginn der LEADER-Förderperiode 2014-2020 stehen vielen ländlichen Regionen in Europa hohe Fördersummen zur Verfügung.  LEADER ist eines der wenigen finanziellen Instrumentarien der EU mittels dessen explizit auch der Tourismus gefördert werden kann.

Viele innovative, nachhaltige und erfolgreiche touristische Initiativen verdanken ihre Existenz dem LEADER Programm. Die Bandbreite der Vorhaben ist dabei sehr groß. Neue Produkte und Organisationsstrukturen können entwickelt werden, Marketing- und Vermarktungsinitiativen werden ins Leben gerufen, neue Wertschöpfungsketten entstehen  und die Vernetzung zu vor- und nachgelagerten Branchen kann geschaffen oder vertieft werden. Andererseits darf dabei nicht übersehen werden, dass es immer wieder auch gescheiterte Vorhaben gibt, was insbesondere deshalb schwer wiegt, weil dann Steuergelder eingesetzt werden, die keinerlei wertschöpfende Effekte haben.

LEDER Logo

LEADER Logo

Nachdem nun in den meisten Bundesländern die Förderbescheide verschickt wurden und damit Projektanträge gestellt werden können, beginnt für die nächsten Jahre eine spannende Phase, in der wieder einige ländliche Regionen frisches Geld erhalten, um ihren Tourismus weiter zu entwickeln. Folglich stellt sich gerade jetzt die Frage, was erfolgreiche LEADER Vorhaben von weniger erfolgreichen unterscheidet.

 

Was macht also ein erfolgreiches LEADER Projekt aus?

In unseren Projekten haben wir dabei die Erfahrung gemacht, dass die folgenden Faktoren maßgeblich dazu beitragen, aus ersten Ideen erfolgreiche und dauerhaft beständige Vorhaben der Tourismusentwicklung zu machen.

  1. „Ein gutes Thema im Fokus“: Ein Thema, das aus der Region kommt und typisch für die Region ist. Zu allgemeine Vorhaben haben oft diffuse Projektziele, die dann im Projektverlauf zu unnötigen und zermürbenden Diskussionen führen. So ist es besser, sich auf ein konkretes Thema zu konzentrieren, als eine großflächige Tourismusentwicklung anzustreben.
  2. „Mit den Bürgern reden“ – gute Ideen kommen nicht nur aus der Tourismusbranche! Gerade Kooperationen mit der Landwirtschaft, Planungsämtern, Architekten, Schulen oder dem Einzelhandel führen zu neuen Sichtweisen und integrierten Projekten. Die erste Frage bei der Projektplanung sollte also sein: wer kommt in der Region mit Tourismus in Berührung und könnte etwas beitragen?
  3. „Zum Mitmachen aufrufen“ – die Einbindung der touristischen Akteure bei der Projektkonzeption sollte selbstverständlich sein. Aber: bitte nicht immer die gleichen! Versuchen Sie, auch mal andere zur Mitwirkung zu bewegen. Zudem sollte jeder die Information erhalten, dass Mitwirkung gefragt ist.
  4. „Gekonnt organisieren“ – Entweder sollten professionelle (!) Organisationsstrukturen geschaffen werden  oder – meist sinnvoller – eine Anbindung an überregionale Institutionen (Naturparke, Entwicklungsgesellschaften) erfolgen. Dort wo bereits Kontakte und Strukturen bestehen, fällt es leichter, professionelles Projektmanagement umzusetzen.
  5. „Erfolge messen und darüber reden“ – die Definition messbarer Ziele und regelmäßige Evaluationen führen zu einem frühzeitigen Erkennen von Fehlentwicklungen und führen – im positiven Fall – zu einer Reihe von Nachahmern.
  6. „Mal die anderen Fragen“ – Die Einbindung externer, gerne branchenfremder, Moderatoren oder Impulsgeber lässt vieles in einem anderen Licht erscheinen oder bringt neue Ideen. Entweder wird eine Bereisung einer „Best-practice“-Region durchgeführt, um Erfolgsfaktoren kennenzulernen oder externe Experten eingeladen, die einen anderen Blick auf die Region mitbringen.
  7. „Menschen mit Leidenschaft suchen“ – die besten LEADER-Projektleiter sind nicht unbedingt studierte Verwaltungswissenschaftler oder gestandene Berater, sondern Menschen aus der Region mit Leidenschaft für das jeweilige Thema und Spaß an eigenverantwortlichem Arbeiten.
  8. „Stets klar machen, was gerade geht“ – LEADER lebt vom Mitmachen. Um hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, den Verwaltungen, bei den Unternehmern und in der Politik zu erhalten ist eine permanente und transparente interne Kommunikation absolut notwendig. Eine gute Homepage oder ein regelmäßig gepflegter Facebook-Account können über aktuelle Ereignisse informieren.

 

Vorher wäre allerdings noch zu klären, welche Kriterien erfüllt sein müssen, um überhaupt in den Genuss einer LEADER-Förderung zu kommen. Zwar unterscheiden sich die Kriterien in den einzelnen Bundesländern und zwischen den Lokalen Arbeitsgemeinschaften (LAG), dennoch gibt es seitens der EU verbindliche Vorgaben, die zu einer erfolgreichen LEADER-Förderung führt.

Dazu zählen insbesondere die Ziele der Strategie Europa 2020:

–          Beschäftigungsförderung

–          Innovation

–          Klimawandel und Energie

–          Bildung

–          Armutsreduktion

Weitere Informationen dazu sind unter http://www.netzwerk-laendlicher-raum.de aufbereitet.

 

 

Autor: Karsten Palme

I am Managing Director of COMPASS. I studied Geography of Economics and Tourism M.A. (RWTH Aachen) and I am certified trainer for innovation and management. My consultancy focus lies in destination management and tourism marketing with focus on cross-border cooperation. I also offer managementtraining and train-the-trainer-seminars. Economic Development: Cross-border co-operations, promotion of investments, city and location marketing, development of business clusters. Contact: palme@compass-cbs.de, tel. +49 (0)221 94339638

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