Tourismusförderung in Kenia

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In Kenia hat die Tourismuswirtschaft seit Jahrzehnten eine gewichtige Bedeutung. Sie gilt als der wichtigste Devisenbringer des Landes, war jahrelang der Jobmotor und galt als krisensicher und dauerhaft erfolgreich.

Die Situation hat sich jedoch in den letzten Jahren erheblich geändert. Zu Terrorattacken in Nairobi 2013 und an der nördlichen Küste sowie rund um Mombasa kam die Angst vor Ebola, die natürlich unbegründet war, aber dennoch viele Gäste dazu veranlasste, ihre Reisen nach Kenia zu stornieren, bzw. in andere Länder auszuweichen.

In 2014 gingen die Gästezahlen um 35% zurück, im Jahr davor waren die Rückgänge ähnlich hoch. In einigen Gebieten Kenias ist von der prosperierenden Tourismuswirtschaft nicht viel übrig geblieben.

Überfällige Modernisierung

Bei genauerer Betrachtung muss man jedoch erkennen, dass nicht nur die Angst vor Terror und Ebola zu den deutlich sinkenden Gästezahlen geführt hat, sondern vor allem eine längst überfällige Modernisierung des touristischen Angebotes ausgeblieben ist. Die meisten Angebote in Kenia sind Standard, Innovationen fehlen, eine Produktdiversifizierung und Qualitätssteigerung hat nicht stattgefunden. Viel zu lange hat man an dem Erfolgsrezept „Beach & Bush“ festgehalten. Es ging der Branche einfach viele Jahre viel zu gut. Eine Entwicklung, die in anderen traditionellen Destinationen ebenfalls gut bekannt ist.

Beratung und Unterstützung durch das CBI

Dies sind die Rahmenbedingungen unter denen ich im Auftrag der niederländischen Regierungsagentur CBI (Centre for the Promotion of Imports from developing countries) mit Kollegen aus den Niederlanden und Kenia an einem Projekt zur Förderung des Tourismus in Kenia arbeite.

Das übergeordnete Ziel ist es, die touristischen Umsätze in Kenia aus der EU zu erhöhen, das touristische Produktportfolio dauerhaft zu erweitern sowie Innovationen und nachhaltige Angebote zu erarbeiten. Der Fokus liegt dabei ganz klar auf der Unterstützung und Beratung der Privatwirtschaft. So coache und berate ich 18 Incoming Agenturen. Darüber hinaus soll die Destination West Kenia, die bislang touristisch kaum erschlossen ist, aber ein großartiges Potenzial besitzt, als Pilotregion für nachhaltige und einzigartige Tourismusangebote entwickelt werden.

Ein Land mit hohem touristischem Potential

Nach den ersten Aufenthalten in Kisumu und Nairobi wird klar, welches Potenzial das Land besitzt – und dass eine große Anzahl von touristischen Attraktionen noch längst nicht entwickelt ist. Sowohl die Reiseveranstalter als auch die regionalen Verwaltungen und nationalen Verbände haben die Zeichen der Zeit erkannt und arbeiten an neuen, nachhaltigen Produkten und investieren in Qualitätsverbesserung und Weiterbildung. Community Based Tourism (CBT), Kulturtourismus, Aktivtourismus und Spezialangebote wie Golf und Safaris, Marathontrainings und Mountainbike-Touren sind nur einige der neuen Angebote, die derzeit aufgebaut werden.

West Kenia im Dornröschenschlaf

Die Destination West Kenia, direkt am Victoriasee gelegen, lockt mit Nationalparks, heißen Quellen, Teeplantagen und dem Mount Elgon, mit seiner einzigartigen Flora und Fauna. Noch sind hier kaum Touristen zu finden, die Region befindet sich sozusagen noch im touristischen Dornröschenschlaf. Zwar wird es noch ein wenig dauern, bis die entsprechenden Organisationsstrukturen aufgebaut sind, jedoch werden bereits jetzt die ersten Investitionen in Hotels und Infrastruktur getätigt. Für Reisende, die eine noch ursprüngliche und vielfältige afrikanische Destination suchen und mit bescheidenen Ansprüchen unterwegs sind, bietet West Kenia schon jetzt großartige Erlebnisse.

Die Arbeit mit den Unternehmen und Verbänden in Kenia ist außerordentlich produktiv. Hier ist zu spüren, wie eine ganze Branche eine Trendwende herbeiführt, die längst überfällig gewesen ist.

Artikel im Tagesspiegel zum Tourismus in Kenia

Autor: Karsten Palme

I am Managing Director of COMPASS. I studied Geography of Economics and Tourism M.A. (RWTH Aachen) and I am certified trainer for innovation and management. My consultancy focus lies in destination management and tourism marketing with focus on cross-border cooperation. I also offer managementtraining and train-the-trainer-seminars. Economic Development: Cross-border co-operations, promotion of investments, city and location marketing, development of business clusters. Contact: palme@compass-cbs.de, tel. +49 (0)221 94339638

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