Grenzüberschreitendes Destinationsmanagement

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Bereits im Artikel Tourismusforum Euregio Bodensee haben wir über die Ansätze in Grenzregionen und die Problematik, dass gute grenzüberschreitende Projekte im Tourismus und deren Erfolgsindikatoren nirgends wirklich dokumentiert sind, berichtet. Es findet kein wirklicher Austausch statt und Best Practice Beispiele und Lessons Learned werden zu wenig kommuniziert,  obwohl dies generell als sehr wichtig erachtet wird.

In den letzten Wochen habe ich im Rahmen meiner Masterarbeit Gespräche in drei grenzüberschreitenden Regionen geführt. Dabei wurden einige Aspekte, die für den Erfolg einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit als maßgeblich gesehen werden, wiederholt genannt und auch Herausforderungen scheinen größtenteils ähnlich zu sein.

Herausforderungen

Die hauptsächlichen Schwierigkeiten und Herausforderungen für die Zusammenarbeit in einer grenzüberschreitenden Region können als die folgenden zusammengefasst werden:

  • Verschiedene politische Systeme der beteiligten Länder
  • Unterschiedliche Organisationsstrukturen
  • Kulturelle Unterschiede
  • Verschiedene Herangehensweisen der Akteure
  • Verschiedene Landessprachen der Partner und unzureichende gegenseitige Kenntnis dieser
  • Erschwerte Kommunikation und Notwendigkeit von Dolmetschern
  • Geringes Bekenntnis der Akteure zur Region
  • Eigene statt gemeinsame Interessensverfolgung
  • Abhängigkeit von öffentlicher Finanzierung – hoher verwaltungstechnischer Aufwand und die Durchführung touristischer Projekte wird in der künftigen Förderperiode durch die Strategie 2020 der EU erschwert

Erfolgsindikatoren

Daher sind die nachfolgenden Aspekte für eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit wichtig und für eine Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und Projekte zu berücksichtigen:

  • Kontinuität der Kooperationen – Einbeziehung aller beteiligten Akteure und Fortführung guter Projektansätze
  • Gemeinsame Ziele
  • Generelle Zusammenarbeit in der Region – auf unterschiedlichen Ebenen
  • Zentrale Einrichtung für u.a. die Koordination grenzüberschreitender Projekte
  • Geeignete und miteinander vereinbare Organisationsstrukturen
  • Gemeinsamer Regionalgedanke – lokale Akteure sollten sich gut kennen und ein Gemeinschaftsgefühl sollte existieren
  • Sprachliche und interkulturelle Kompetenzen durch Seminare
  • Einbeziehung des Privatsektors durch Innenmarketing und Unterstützung
  • Vernetzung touristischer, qualitativ hochwertiger Produkte
  • Gegenseitiger Austausch über durchgeführte Projekte und Resultate schriftlich festhalten

Da es in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit noch viel Potential gibt, werden wir uns dem Themenbereich auch zukünftig verstärkt widmen. Insbesondere, da nun die neue INTERREG-Förderperiode 2014-2020 angelaufen ist und wir Unternehmen bei der Antragstellung, Projektplanung sowie dem Projektmanagement unterstützen.

Von Sina Leonhard

Autor: COMPASS

Das Team von COMPASS widmet sich in diesem Blog inhaltlich den übergeordneten Themen Marketingbüro, Europa, Tourism & Peace, Nachhaltigkeit und Marktforschung.

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