Erfolgreiche Abschlussveranstaltung in Wittenberg mit wichtigen Impulsen für Baukultur und Tourismus

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Am vergangenen Freitag, 5. Dezember 2014, hat die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojektes „Regionale Baukultur und Tourismus“ in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) stattgefunden. Trotz voller Terminkalender im Dezember fanden rund 60 Interessierte den Weg ins frisch eröffnete und moderne Stadthaus in der Lutherstadt.

“Pecha Kucha” – die moderne Diaschau

Nach einem Vorwort von Anke Brummer-Kohler (Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung, Wohnen, öffentliches Baurecht, BMUB) und der inhaltlichen Einführung von Anca Cârstean (BBSR) haben wir die acht untersuchten nationalen Beispiele vorgestellt. Dafür wählten wir das Präsentationsformat „Pecha-Kucha“, das aus Japan stammt und möglichst spontane und knackige Vorträge begünstigt: jeder Vortrag ist nämlich auf 16 bis 20 Folien/Bilder festgelegt und jedes Bild bleibt für exakt 25 Sekunden stehen. Also quasi ein moderner Diavortrag. Wir als Redner waren also aufgefordert, unsere Präsentation entsprechend optimal auf die Bilder abzustimmen und nicht ins „Schwadronieren“ zu kommen. Das hat bei den acht guten Beispielen mal mehr und mal weniger gut geklappt – 25 Sekunden sind halt doch ziemlich kurz!

Teilnehmer der Abschlussveranstaltung

Teilnehmer der Abschlussveranstaltung

Nach der Mittagspause, die intensiv für den Austausch zwischen den Teilnehmern genutzt wurde, stand natürlich die Ergebnispräsentation auf dem Programm. Besonders wichtig war es uns, die Aspekte, die auf dem Weg zu einer erfolgreichen Baukultur- und Tourismus-Region wesentlich sind, näher zu erläutern:

  • Regionale Baukultur erkennen und sichtbar machen
  • Regionaltypisches Bauen weiterentwickeln
  • „Miteinander Reden“ als Teil der regionalen Baukultur
  • Qualifizierung im Bereich Baukultur und im Tourismus
  • Baukultur in Tourismusstrategien und im Marketing
  • Qualitätsvolles Bauen als touristisches Produkt


Lebhafter Austausch bei der Podiumsdiskussion

Es folgte eine lebhafte Podiumsdiskussion, bei der sich sowohl die teilnehmenden Touristiker als auch Baukultur-Experten eingehend austauschten:

Lebhafte Podiumsdikussion mit Touristikern und Baukultur-Akteuren

Lebhafte Podiumsdikussion mit Touristikern und Baukultur-Akteuren

Die Verbindung beider Disziplinen wurde von allen als fruchtbar und mit großen Potentialen bewertet – Reiner Nagel (Vorsitzender der Bundesstiftung Baukultur) sprach sogar von dem „Integral Baukultur und Tourismus“. Besonders wichtig war den Beteiligten die Kommunikation, also das Miteinander-Reden, um Wissen darüber zu erlangen, was die andere Seite überhaupt denkt und macht. Dabei sollte viel Wert auf den respektvollen Umgang gelegt werden, denn die Kommunikation müsse geübt werden. „Eine gemeinsame Sprache für ein gemeinsames Ziel.“ (Bettina Quäschning, IMG Sachsen-Anhalt). So wurden Besprechungen zwischen Touristikern und Baukultur-Akteuren auch als „Therapiesitzungen“ (Dr. Stefan Rhein, Direktor Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt) bezeichnet. Jedoch sollte nicht nur untereinander kommuniziert werden, sondern müssten auch die Leute vor Ort einbezogen werden (Joachim Brenncke, Präsident AK Mecklenburg-Vorpommern).

Michael Volgger (EURAC Research) – extra aus dem fernen Südtirol angereist – beschrieb Baukultur und Tourismus als „Schnittstelle par excellence zwischen Einheimischen und Gästen; Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; kollektiven und gemeinschaftlichen Gütern; mit Branchen wie Industrie, Handwerk oder Handel.“ Baukultur könne darüber hinaus als Bühne für regionale Identitäten genutzt werden, um sich durch Inszenierung von anderen Mitbewerbern abzuheben.

Außerdem wurde die Frage aufgeworfen, was gute Baukultur denn eigentlich sei und wie und woran sich die Qualität bemesse. Unterstützung könnten hier Gestaltungssatzungen bringen. Weiterhin wurde „moderne Architektur als bester Denkmalschützer“ (Dr. Rhein) bezeichnet.

Insbesondere im touristischen Kontext sei der Begriff der Baukultur sehr „sperrig“ und werde als solcher wenig genutzt. Touristiker bräuchten „Orientierung in Form von Landesleitbildern“ (Dieter Hütte, Geschäftsführer TMB). Der marketingtechnisch schwierige Begriff Baukultur müsse vielleicht einfach mit griffigeren Inhalten belegt werden.

Auf dem richtigen Weg

Man merkt: das Thema wurde lebendig diskutiert und zeigt auch, dass es noch viel Potential für die zukünftige Zusammenarbeit der beiden Disziplinen Baukultur und Tourismus bietet. Aber grundsätzlich ist man sich einig: „Baukulturschaffende machen Tourismus und Touristiker machen Baukultur. Sie teilen sich eben einen Lebensraum!“ (Michael Volgger).

Wir stehen also noch am Anfang und der Abschlussbericht, der pünktlich zur ITB im März 2015 erscheinen soll, ist ein wichtiger Anstoß. Um mit den Schlussworten von Frau Cârstean zu enden: „Wir wissen jetzt voneinander, können voneinander lernen und müssen das touristische `Storytelling´ nutzen, um die Gemeinsamkeiten von Baukultur und Tourismus in den Vordergrund zu stellen.“

Im Namen des ganzen Forschungsteams danken wir nochmals allen Gesprächspartnern für die spannenden Gespräche und Geschichten, sowie allen Teilnehmern für ihr Interesse.

Wir werden Sie auch zukünftig über den neuen Blog www.baukultour.de auf dem Laufenden halten!

Vorstellung des neuen Baukultour-Blogs: www.baukultour.de

Vorstellung des neuen Baukultour-Blogs: www.baukultour.de

Autor: COMPASS

Das Team von COMPASS widmet sich in diesem Blog inhaltlich den übergeordneten Themen Marketingbüro, Europa, Tourism & Peace, Nachhaltigkeit und Marktforschung.

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