Shopping-Tourismus international auf Erfolgskurs

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Shopping-Tourismus stellt heutzutage eine der Hauptmotivationen für Reisen für Millionen von Touristen und einen wichtigen Treiber für den Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung in Ländern und Städten dar. Die UNWTO veröffentlichte einen globalen Artikel (Global Report on Shopping Tourism) über Shopping-Tourismus, welcher sowohl die derzeitige Situation und Auswirkungen als auch das Potential von Shopping-Tourismus für Länder und Städte auf der ganzen Welt aufzeigt.

In Malaysia beispielsweise bildet Shopping die zweitgrößte touristische Einnahmequelle nach Unterkünften und die Relevanz von Shopping für internationale Besucher wurde schon vor über 20 Jahren erkannt. Die Regierung hat daher den „Malaysia Mega Sales Carnival“ eingeführt, welcher  jährlich für knapp drei Monate stattfindet und die Modebranche und Kultur des Landes vermarktet. In New York ist Shopping die Hauptaktivität unter allen internationalen Besuchern und Barcelona, das heutzutage ein Synonym für Shopping-Tourismus darstellt, besitzt eine fünf Kilometer lange Shopping-Straße – the Barcelona Shopping Line – die in denselben Bezirken wie die größten Tourismusattraktionen der Stadt zu finden ist. Des Weiteren zieht Wien, welche eine der top internationalen Shopping-Städte ist, hochklassige Besucher aus Russland, Asien und den arabischen Ländern an und bietet private Shopping-Konzepte. Die Angestellten der Geschäfte reagieren auf diesen Trend mit kontinuierlicher Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse und interkulturellen Kompetenzen.

Da Shopping-Tourismus immer beliebter wird, vermarkten die meisten nationalen Tourismuszentralen ihre Städte als perfekte Einkaufsdestinationen und die Economist Intelligence Unit entwickelte den „Globe Shopper Index“ für die Ermittlung der Wettbewerbsfähigkeit und Fähigkeit von Städten, internationale Besucher für Shopping anzuziehen. Des Weiteren integrieren die Top Reiseziele alle das Thema Shopping in ihren Tourismuskampagnen und viele Einkaufszentren und Märkte auf der ganzen Welt gehören zur Liste der Must-Sees.

Globe Shopper Index (extract) (Source: Global Report on Shopping Tourism, UNWTO)

Globe Shopper Index (extract) (Source: Global Report on Shopping Tourism, UNWTO)

Auch ein Businessmodel für Shopping-Tourismus existiert, das value retail: luxuriöse Einkaufsdörfer verkaufen weltweit bekannte Marken für weniger als 50 % des üblichen Ladenpreises. Dem Kundenservice, wie Parkservice, freundliche Begrüßung jeden Besuchers und gehobene Kundenbetreuung, wird viel Beachtung geschenkt,  während die Shopping-Erfahrung in den Dörfern mit Gebäuden aus regionalem Design und modischen Restaurants und Cafés unterstrichen wird.

Der zunehmende Boom des weltweiten Shopping-Tourismus kann auch durch den enormen Einkaufsumfang erklärt werden:

  • Globale Geschäfte jeglicher Größe, kleine Boutiquen, lokale Geschäfte und Souvenirläden
  • Souvenirs, Kleidung exklusiver Marken, ländertypische Kleidung und globale Marken
  • Städtetrips mit lediglich ein paar Souvenirkäufen und ganze Shopping-Tage, wobei Shopping eine Erfahrung für sich allein, Entertainment und Hingabe bedeutet

Die Faktoren, die den Entscheidungsprozess von Shopping-Gästen beeinflussen, sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Hierzu zählen die Anzahl der Geschäfte und Einkaufszentren, deren Öffnungszeiten und Dauer saisonaler Schlussverkäufe, die Wahrscheinlichkeit für Preisverhandlungen, sowie die Qualität der Unterkünfte, die internationale Küche, Events und öffentliche Transportmittel einer Destination.

Main expenditure shopping tourism (Source: Global Report on Shopping Tourism, UNWTO)

Main expenditure shopping tourism (Source: Global Report on Shopping Tourism, UNWTO)

Der Boom von Shopping-Tourismus weist allerdings auch Herausforderungen auf: die Maximierung der Vorteile aller Akteure eines Reiseziels, was zugleich das oberste Ziel darstellt, die generellen Barrieren der Tourismusindustrie sowie die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Der Artikel der UNWTO schlägt die Schaffung von Partnerschaften aller öffentlichen und privaten Akteure einer Destination in den folgenden Bereichen vor: Zugänglichkeit, Infrastruktur, Sicherheit, Sauberkeit und attraktive Standorte für Einkaufsviertel, Vermarktung und Werbetätigkeiten, touristische Wertschöpfungskette, Forschung, Verordnungen sowie Training und Bildung für Beschäftigte der Tourismusindustrie.

Für weitere Informationen zu Destinationsmanagement, einschließlich ganzheitlichen Konzepten, Zielgruppenanalyse und Produktentwicklung schauen Sie unsere Projekte im Bereich Destinationsmanagement sowie unseren Blogartikel „Einbindung eines Factory Outlet Centers in den regionalen Tourismuskontext“ an. Der Artikel berichtet über ein Projekt letzten Jahres, bei dem wir das Factory Outlet Center Ochtrup im Landkreis Steinfurt beraten haben, wie es als Multiplikator für die gesamte Region fungieren und Shopping-Gäste animieren kann zu Tages- oder gar Übernachtungsgästen zu werden.

Zum ausführlichen Bericht: Global Report on Shopping Tourism, UNWTO

Autor: COMPASS

Das Team von COMPASS widmet sich in diesem Blog inhaltlich den übergeordneten Themen Marketingbüro, Europa, Tourism & Peace, Nachhaltigkeit und Marktforschung.

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