CSR im Tourismus

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Corporate Social Responsibility wird ein immer wichtigeres Thema in der Tourismusindustrie. Auf der ITB 2014 in Berlin war dies ein wichtiges Diskussionsthema mit dem ich mich auseinandersetze und interessiert der Podiumsdiskussion „Sorgfaltspflicht der Menschenrechte“  lauschte. In dieser Expertendiskussion wurden insbesondere auf die Herausforderungen und Möglichkeiten der Unternehmen eingegangen. Vertreter von Kuoni Reisen, ABTA (Association of British Tavel Agents), Leisure Inbound Walkers Tours, Tourism Watch, ILO (International Labour Organization) und des Beratungsunternehmens Mascontour gaben Einblicke in ihre Sicht der Dinge und berichteten von ihren professionellen Erfahrungen.Die touristischen Geschäfte sollten selbstverständlich für alle profitabel sein, sowohl für Reiseveranstalter als auch für die Arbeitskräfte vor Ort. Jeder Redner auf der Bühne unterstützte die Meinung, dass die Menschenrechte unter allen Umständen geachtet werden müssen. Jedes touristische Produkt von Reiseunternehmen muss die Menschenrechte ansprechen. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk auf Bildung, da jeder das Recht auf Bildung hat und sie Zukunftsperspektiven entscheiden kann. Dennoch spielen die örtlichen Richtlinien und Politik eine tragende Rolle. Die Partizipation von allen Akteuren auf allen Ebenen und somit auch die Achtung der Menschenrechte stehen aufgrund von vielen unterschiedlichen Regeln und Gesetzen auf dem Spiel. Mancherorts dürfen Frauen nicht arbeiten und die Gesellschaft ist derart konservativ, sodass es schwer ist in solchen Regionen etwas zu ändern und somit die Menschenrechte zu achten.

Nach Tourism Watch beeinflusst das Konzept der Sorgfaltspflicht die ganze Wertschöpfungskette. Somit sollte ein gewisses Kräfteverhältnis zwischen den einzelnen Akteuren vorhanden sein. Die Einheimischen benötigen einen Dialog auf Augenhöhe und genau da können Reiseveranstalter und Anbieter vor Ort ansetzen. Die ILO unterstützt diese Ansicht und meint, dass gerade die Reiseveranstalter die lokalen Akteure der lokalen Wertschöpfungskette sind und somit die Möglichkeit haben wirklich etwas zu tun. Eine weitere entscheidende Frage bezieht sich auf die Umsetzung der Sorgfaltspflicht der Menschenrechte. Den Menschenrechten entsprechend zu arbeiten wird häufig als eine Art Akt der Wohltätigkeit angesehen; aber es darf nicht vergessen werden, dass es hierbei um Rechte geht, die für jeden einzelnen Menschen zählen. Die Achtung der Menschenrechte muss ein Grundwert eines Unternehmens sein und man sollte sich darauf konzentrieren wie Menschenrechtverletzungen verhindert werden können.

Soziale Nachhaltigkeit und somit auch die soziale Verantwortung ist eine wichtige Komponente in der Unternehmensphilosophie von Kuoni Reisen. Diesbezüglich sorgt Kuoni für fairen Lohn in der ganzen Wertschöpfungskette seiner Produkte. Gerechte Löhne führen zu zufriedenen und motivierten Angestellten und dies führt wiederum zu einer besseren Qualität und höheren Kundenzufriedenheit der Touristen. ABTA hat eine sehr ähnliche Sichtweise und setzt ihren Fokus auf Bildung.

Im Oktober 2012 wurde die Initiative „Roundtable Menschenrechte im Tourismus“ ins Leben gerufen. Sie ist eine Multistakeholder-Initiative, die dem Verlangen nach Wissensaustausch in der Tourismusindustrie nachkommt. Viele Akteure sind gewillt für einen sozial-nachhaltigen Tourismussektor zu arbeiten, wissen allerdings nicht wie. Zurzeit hat die Initiative 10 Reiseveranstalter und 5 NGOs als Mitglieder. Da der Umsetzungsprozess ein kritisches Element für Tourismusanbieter ist, veröffentlichten sie einen Umsetzungsleitfaden. Gleichwohl spielen die Themen bezüglich Kommunikation und Schulungen, um somit die Aufmerksamkeit zu wecken – sowohl bei den Tourismusakteuren als auch bei den Touristen selbst – eine unumgänglicher Rolle für die Förderung der Menschenrechte im Tourismus.

Hier erhalten Sie den Leitfaden Menschenrechte im Tourismus

Autor: Sarah Holstein

I hold a BBA (2011) in International Tourism Management and Consultancy (NHTV Breda) and a certificate in hotel management from the German Chamber of Commerce and Industry (2008). I am with COMPASS since 2013 and my consulting focus lies on tourism marketing, destination management sustainable tourism. Contact: Holstein@compass-cbs.de, fon: +49 (0) 221 29062121

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