ECPAT Workshop: Sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

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Im Dezember erhielten Henriette Stieger, Nader Ashraf und ich die Chance an einem ECPAT Workshop, welcher in der Cologne Business School stattfand, teilzunehmen. Kinderprostitution ist ein wichtiges aber vor allem  sehr schockierendes Thema, welches speziell im Tourismus nicht unterschätzt werden darf, da es in vielen Destinationen leider allgegenwärtig ist.

ECPAT Workshop

ECPAT Workshop zum Thema Kinderprostitution im Tourismus

ECPAT steht für End Child Prostitution, Pornography and Trafficking of Children for Sexual Purposes und ist eine Organisation , die aktiv auf das Thema Kinderprostitution aufmerksam macht und dagegen arbeitet. Jana Schrempp von ECPAT und Manfred Kaltwasser vom BKA hielten den Workshop gemeinsam und beleuchteten das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln.

Auf internationaler Ebene gibt es unter anderem die UN Kinderrechts-Konvention, die aussagt, dass alle Personen unter 18 Jahre als Kinder gelten und somit besonders schutzbedürftig sind. Seit 1989 haben erfreulicherweise fast alle Staaten, bis auf zwei Ausnahmen, diese Konvention unterschrieben und ratifiziert. Das unerfreuliche daran scheint allerdings, dass die Ratifizeriung der Konvention häufig nur aufgrund des Images und der sozialen Erwünschtheit geschieht, da Kinderprostitution mancherorts ein florierendes Geschäft ist. Der Tourismus hat in diesem Zusammenhang eine nicht ganz unbedeutende Rolle, da gerade durch das Reisen diese „Branche“ Aufschwung erhalten hat.

Nach Einschätzungen der International Labour Organisation gehört Kinderprostitution zu den schlimmsten Formen der Kinderarbeit. Sie ist nicht nur auf moralischer Ebene verwerflich, sondern auch auf sozialer, psychischer und physischer Ebene gefährlich und trägt somit zu einer verheerenden Beeinträchtigung einer normalen Entwicklung des Kindes bei.

Manfred Kaltwasser vom BKA berichtete, dass es durchaus erfolgreiche Strafverfolgungen, auch durch internationale Zusammenarbeit, gibt, die Anzahl der tatsächlich verurteilten Täter allerdings noch immer viel zu gering sei. Oftmals gestaltet sich eine internationale Strafverfolgung sehr schwierig. Er berichtete von einem Beispiel aus Sri Lanka. Ein Deutscher konnte eindeutig als Täter identifiziert werden. Als die örtlichen Behörden darüber informiert wurden nahm die Polizei das Kind fest. Es wurde der Prostitution angeklagt und verurteilt. Der Täter hingegen trug keine Konsequenzen davon. Dies ist leider kein Einzelfall.

Fakt ist: Kinderprostitution ist illegal. Die allgegenwärtige Frage im Raum war: Was kann dagegen getan werden bzw. was kann jeder Einzelne dagegen tun? Was können die Akteure im Tourismus dagegen tun?

Wir überlegten gemeinsam, wie dieses Thema angesprochen und dagegen agiert werden kann. Es fielen Ideen wie: Mitarbeiter Trainings, „formlose“ Strafen, lokale Projekte unterstützen, Aufmerksamkeit erregen und informieren.

ECPAT Workshop

ECPAT Workshop zum Thema Kinderprostitution im Tourismus

Wir finden, um überhaupt einen ersten Zugang zu in diesem befremdlichen Thema zu schaffen, ist es sehr wichtig sich damit auseinanderzusetzen und es nicht tot zu schweigen. Aufmerksamkeit erregen sowohl bei den Akteuren im Tourismus als auch bei den Touristen selbst und diese informieren, was gegen Kinderprostitution getan werden kann, wenn so etwas beobachtet wird. Ein Beispiel, wie so etwas angegangen werden kann bietet Air France: Die Airline erstellte zusammen mit ECPAT ein Video und zeigt dieses seinen Fluggästen vor dem Abflug.

Autor: Sarah Holstein

I hold a BBA (2011) in International Tourism Management and Consultancy (NHTV Breda) and a certificate in hotel management from the German Chamber of Commerce and Industry (2008). I am with COMPASS since 2013 and my consulting focus lies on tourism marketing, destination management sustainable tourism. Contact: Holstein@compass-cbs.de, fon: +49 (0) 221 29062121

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