Die Open Space-Methode bei Großgruppenworkshops

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Gemeinsam mit unseren Partnern organisieren wir öfter große Tourismusworkshops mit lokalen Leistungsanbietern. Doch wie kann eine Veranstaltung mit großer Teilnehmerzahl interaktiv gestaltet werden? Im Gegensatz zu den frontalen Konsumvorträgen, bietet die Open-Space-Methode eine gute Möglichkeit, das Engagement der Teilnehmer gezielt zu nutzen.

Auf die Bedürfnisse eingehen

Welche Themen interessieren die touristischen Leistungsanbieter? Was sind Ihre Bedürfnisse und Wünsche? Welche Ideen haben sie in Bezug auf die touristische Entwicklung z.B. der Destination? Genau hier setzt die Open-Space-Methodik an, bei der diese oder ähnliche Fragen im Fokus stehen. Manchmal ergeben sich gerade in den Veranstaltungspausen die besten Gespräche und der Austausch untereinander ist fruchtbarer als der Input von Vorne. Die Methode greift genau diese Dynamik auf, in dem sie viel Freiraum für die persönliche Gestaltung einräumt. Frei nach dem Motto: Alles kann, nichts muss!

Wie funktioniert´s?

Zu Beginn werden die Teilnehmer aufgefordert, Ihre individuellen Themen aufzuschreiben, für die sie sich an dem Tag verantwortlich erklären. Diese Themen werden anschließend der großen Gruppe vorgestellt, so dass sich – je nach Interessenslage – andere Teilnehmer um diese Themen gruppieren und mit den anderen Gruppenteilnehmern diskutieren können. Dazu ziehen sie sich in separate Räumlichkeiten zurück. Die Diskussionen werden dokumentiert und die Ergebnisse aufbereitet. Je nach Themenanzahl, Teilnehmern und Interesse können zwei oder mehrere Workshop-Runden durchgeführt werden.

Gut zu wissen

  • Da noch nicht jeder das Konzept kennt, muss den Teilnehmern in einer Einleitung das Prozedere und dessen Eigenheiten erläutert werden. Hier sollten nur organisatorische, keine inhaltlichen Fragen geklärt werden.
  • Vertrauen in Eigeninteresse und Eigenverantwortung: Auch wenn die Teilnehmer anfangs recht zögerlich sind, so sprudeln die Ideen erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit
  • Nicht alle Themen sind selbsterklärend, so dass der verantwortliche Themenleiter (= Initiator des Themas) kurz seine Intention erläutern sollte.
  • Für eine solche Workshop-Form sollten ausreichend Räumlichkeiten und Materialien vorhanden sein, um den Kleingruppen genügend Rückzugsraum zu ermöglichen.
  • Die Diskussionsergebnisse sollten unbedingt schriftlich festgehalten und fotodokumentiert werden, um daran gezielt weiterarbeiten zu können.
  • Ein Ergebnisbasar ermöglicht es den anderen Teilnehmern, sich über alle Themen zu informieren.

Wie geht´s weiter?

Bei dieser Veranstaltungsart werden viele verschiedene Themen aufgeworfen, die im Nachgang zusammen mit den Auftraggebern aufgearbeitet werden müssen. Wenn möglich, werden die Themen zusammengefasst und geclustert. Anschließend sollte in Rücksprache mit den Themenleitern Termine angesetzt werden, um tiefer in die Thematik einzusteigen, Ideen weiterzuentwickeln und einen Maßnahmenplan aufzustellen. Auch hier ist weiterhin das Engagement der Beteiligten essentiell. Für diese Vertiefungs-Workshops können weitere Stakeholder hinzugeholt werden, die einen Beitrag zur Thematik liefern können.

Ein Erfahrungsbericht

Im Projekt REGION OHNE GRENZEN haben wir einen solchen offenen Workshop mit rund 180 touristischen Leistungsanbietern durchgeführt – dies sogar in der Kombination deutsch-niederländisch. Der folgende Beitrag berichtet aus der Praxis und zeigt detailliert die Hintergründe, Vorgehensweise und Erfolgsfaktoren auf.
Zum Erfahrungsbericht der Open-Space-Methode.

Autor: COMPASS

Das Team von COMPASS widmet sich in diesem Blog inhaltlich den übergeordneten Themen Marketingbüro, Europa, Tourism & Peace, Nachhaltigkeit und Marktforschung.

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